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06 Freitag Grasbrunn -
“08:30 Uhr reicht”, sagte ich gestern am Telefon zur Hausherrin auf die Frage nach der Frühstückszeit. Auch die Auswahl der Speisen wurde gestern schon besprochen und es war perfekt, wir konnten alles aufessen.
Zu Fuß hätte noch nie jemand bei ihnen übernachtet, berichtet sie, Radlfahrer schon. Darum habe sie auch unseren Namen gegoogelt. Sei dabei auf usere Homepage gestoßen. Trotzdem sei Sie schon etwas erstaunt über unser Vorhaben, als wir auch über den Herzstillstand Christa`s im letzten Jahr erzählen. In den Ort brauchen wir nicht zurück für unseren Weiterweg,
der führt erstmal auf einer Nebenstraße bei einem großen Kieswerk vorbei. Ein Auto kommt entgegen und hält an, es ist der Mann unserer Pensionswirtin. “Ihr müsst die Wanderer sein, die bei meiner Frau übernachtet haben”, begrüßt er uns. “Sie hat mir schon berichtet, was ihr so treibt, ich wünsche euch ein gutes Gelingen”. “Danke, Danke und liebe Grüße zurück”!
Der Weg verläuft weiter im Wald, besonders Birkenbäume haben einen besonderer Reiz für uns. Der Wald lichtet sich und macht weiten Wiesen Platz, die den Blick auf Hohenbrunn vor uns freimachen. Weit rechts von uns fahren eine Menge Autos auf der Hohenbrunner Straße. Besichtigen die schöne barocke Kirche und gönnen uns eine Pause auf einer windgeschützen Bank.
Der Weiterweg wird zur Qual, zwar bietet ein Radweg Schutz vor dem Verkehr, der Lärm allerdings ist beachtlich. Aber es hilft nichts, bis zur Autobahnbrücke gibt es keine Alternative ohne einen großen Umweg machen zu müssen. Drüben angekommen wählen wir Seitensträßchen für unser vorwärtskommen, welch ein Unterschied. Im Wald kommt eine Bank gerade recht, es meldet sich der Hunger. Durchquerern wir später noch Wohngebiet von Ottobrunn, wechselt dieses in ewiges monotones Industriegebiet. Zumindest der Verkehr hält sich in Grenzen. Da doch schon wieder eine knappe Stunde unterwegs, halten wir nach einem weiteren Pausenplatz Ausschau, ohne Erfolg.
Zumindest liegt das Industriegebiet hinter uns, da hinten ein Erdwall, da können wir uns draufsetzen. Gesagt, getan, Christa ist schon etwas aus der Puste, braucht umbedingt eine Pause. Endlich, beide sitzen wir, da bemerke ich, das auf Christas Fuß viele Ameisen laufen und rufe “O Gott”! Sie erschrickt dermaßen, das sie erschrocken aufspringt und leicht panisch wird. Dabei kommt auch Atemnot dazu.
Ihr Fuß ist genau in ein kleines Ameisennest getreten. Runter vom “Hügel” und ein anderer Platz gesucht und gefunden. Nach ca. 20 Minuten geht es Christa wieder besser. Jetzt kann es weitergehen zum Bahnhof von Taufkirchen.
Schauen bewusst nicht auf die Uhr um etwa den nächsten Zug zu erreichen, wollen keinen Stress diesbezüglich, es fährt sowieso alle halbe Stunde einer. Umsteigen am Ostbahnhof, dann in Grafing Bahnhof, um 18:30 Uhr kommen wir in Edling an.
Sind morgen auf einer Geburtstagsfeier, der Ausflug mit dem kleinen Lukas mit seiner Familie am Sonntag nach Oberrreith, fällt wegen Krankheit leider aus. In 2 Tagen hätten wir Schäftlarn erreicht. Es zeigt sich aber, das das “Nichtstun” am Sonntag, gar nicht so schlecht war.
07 Dienstag Taufkirchen -
Wieder geht es ein paar Tage weiter auf unserem Jakobsweg. Mit der Bahn fahren wir nach Taufkirchen, der gewünschte Zug um 09:15 fällt aus (Personalmangel), so müssen wir 1 Std. auf den nächsten warten. Um halb 12 erst erreichen wir Taufkirchen.
Einige Zeit gehen wir den Geleisen entlang und folgen dann einem Abzweig in den Wald. Christa die etwas vor mir geht, kriegt das nicht mit, so muss ich wohl oder übel zurück und sie “umleiten”. Dieser schöne Waldpfad hätte ruhig noch länger sein dürfen.
Eine Bank finden wir nicht. Im Vorfeld überlegten wir schon, was ist das beste, sollte es auf unseren weiteren Wanderungen, keine Sitzgelegenheit geben. Ich habe im Internet kleine leichte Klappstühle gefunden. Jetzt soll nichts mehr im Wege stehen, wenn Christa eine Pause braucht. Da kommt der Insektenturm gerade recht. Also raus mit unseren Stühlen, bevor es auf einer langen langen Geraden durch den Grünwalder Forst geht. Komoot bietet eine Abwechslung der wir folgen. Ein Weglein verläuft kreuz und quer durch den Wald, das macht Spass. Den letzten halben Kilometer aber müssen wir etwas beschwerlich zwischen einem Feld und Waldrand in der Ackerfurche laufen.